Arbeitskreis „Operations Excellence“
am 21.11.2019 mit interessanten Einblicken in die Digitalisierungsprozesse mittelständischer Unternehmen

Erfahrungsberichte aus der Praxis für die Praxis

Im Arbeitskreis Operations Excellence der IHK Lüneburg-Wolfsburg, der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum und des CCMI drehte sich auch dieses Mal alles um das Thema Digitalisierung: Drei mittelständische Unternehmen aus Industrie und Handel sowie das CCMI führten gemeinsam durch einen interessanten Nachmittag mit Fachvorträgen aus erster Hand zu unterschiedlichen Problemstellungen und digitalen Lösungsansätzen.

Moderiert und hinterfragt wurden die Beiträge von Michael Petz, dem Leiter der gemeinsamen Innovationsförderung der IHK Lüneburg-Wolfsburg und IHK Stade, sowie CCMI Geschäftsführerin Dr. Inke Deharde-Beduhn.

In Praxisberichten stellten Unternehmen ihre Vorgehensweisen und Erfahrungswerte aus verschiedenen Digitalisierungsprojekten vor, wiesen auf selbsterfahrene Fallstricke hin und gaben Tipps, diese im Vorfeld zu erkennen oder erfolgreich zu überwinden.

 

Den Anfang und sehr gelungenen Auftakt machte Dr. Christian Howe, CEO der Heggemann AG aus Paderborn, zum Thema „Heterogene Kunden- und Auftragsstrukturen: Eine gesamthafte Sichtweise auf Digitalisierungspotentiale.“ Er schilderte die Einführung des MES-Systems (Manufacturing Execution System) im Unternehmen und berichtete sehr transparent über personelle, zeitliche und finanzielle Aufwendungen dieses Projektes über die letzten 4 Jahre. Anhand des Wertstroms wurden die Prozesse in den Abteilungen analysiert und schrittweise digitalisiert, vor allem aber auch die Mitarbeiter abgeholt und integriert – bis zur erfolgreichen Einführung des MES-Systems.

 

Anschließend berichtete Dirk Pfemfert, Geschäftsführer der MaiMed GmbH aus Neuenkirchen, über sein erfolgreiches Unternehmen, das Wachstum der letzten Jahre und die damit einhergehenden Digitalisierungsbestrebungen. Unter dem Titel „Standortbestimmung Digitalisierung: Wo stehen wir und wo wollen wir hin?“ gab er tiefe Einblicke in die geplanten Digitalisierungsstufen hinsichtlich der Verarbeitung und Vernetzung von Daten und Informationen. Hierbei spielen nicht nur Anforderungen aus einem variantenreichen Produktspektrum, Komplexität der Beschaffungsmärkte und ausländischer Produktionsstandorte eine Rolle, sondern auch bereits gemachte positive und negative Digitalisierungserfahrungen. Einigkeit herrschte zwischen den Herren Pfemfert und Howe bzgl. der Bedeutung von Schnittstellen in der Systemlandschaft.

 

Nach einer kleinen Pause, die bereits für viel Austausch zwischen den Teilnehmern sorgte, präsentierte Christian Holm, Leiter IT der Poliboy Brandt & Walther GmbH aus Lilienthal, das Thema „ERP – Nervensystem des Unternehmens: Anforderungen heute und morgen als Grundlage für ein systematisches Auswahlverfahren“. Hier stand die schrittweise Vorgehensweise der ERP-Auswahl im Mittelpunkt des Vortrages. Als kritische Erfolgsfaktoren konnte Herr Holm dabei die systematische Anforderungsanalyse und Erarbeitung eines Bewertungsmodells zur Auswahl des künftigen Systems herausstellen. Basierend auf dem Vortrag entstand eine rege Diskussion zu den Erfahrungen und nächsten Schritten.

 

Somit war „Nachfragen in der Praxis“ ein roter Faden, der sich durch den Abend zog und eine gute Überleitung für den Vortrag von CCMI Geschäftsführerin Dr. Inke Deharde-Beduhn bot: „Das Comeback der ERP-Systeme: Warum sie wieder in den Fokus geraten“. Häufig sind umfangreiche Kompensationslösungen und „Parallelwelten“ in Unternehmen vorzufinden, um so einen geringen Nutzungsgrad oder fehlende Funktionsumfänge vorhandener Systeme auszugleichen. Als Nervensystem des Unternehmens sind ERP-Systeme häufig der erste Aufschlagpunkt für Digitalisierungsprojekte im Mittelstand. Wie Fallstricke vermieden und die relevanten Digitalisierungsbedarfe identifiziert werden können, waren dabei essenzielle Fragestellungen, die im Vortrag beantwortet wurden. Frei nach dem Motto: „Was brauche ich wirklich und woher weiß ich das?“.

 

 

Mit diesen Anregungen ging es für alle in den gemütlichen Teil des Abends über, bei dem Erfahrungen unter den Gästen in ungezwungener Runde ausgetauscht und vertieft werden konnten.

 

 





 

 

 

 

 

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